Ich bin in einer blöden Situation mit einer - wie ich dachte - guten Freundin von mir und bitte mal um Eure Meinung.
Letztes Jahr habe ich meinen Geburtstag gefeiert, hatte sie eingeladen, und sie teilte mir kurz vorher mit, dass sie an dem Tag nicht könne, weil sie da schon Konzertkarten hat. Ich war sehr enttäuscht, habe ihr das auch gesagt, aber sie blieb dabei. Wir hatten dann ein halbes Jahr keinen Kontakt, was vor allem an IHR lag, weil SIE nämlich meinte, sie sei verletzt, weil ICH es gewagt hatte, über ihre Absage enttäuscht zu sein. Ich hätte doch Verständnis haben müssen für ihr Konzert etc.
Soweit so gut, wir haben uns wieder zusammengerauft, und jetzt ist Folgendes passiert: Ich habe sie wieder zu meinem Geburtstag eingeladen (in sechs Wochen), und ihre Antwort war, sie wisse noch nicht, vielleicht würde sie an dem Wochenende nach Stockholm fahren, das hätte sie noch nicht entschieden.
Ich bin aus allen Wolken gefallen, weil ich erwartet hatte, dass sie nach der Geschichte im letzten Jahr ein bisschen sensibilisiert ist für das Thema - aber Fehlanzeige! Sie teilte mir nun mit, dass sie das nächste Woche mit ihrer Schwester, mit der sie wohl nach Stockholm will, besprechen würde und mir dann Bescheid sagt. Kein Wort, von wegen, es sei ihr wichtig, mit mir zu feiern etc.
Ich frage mich: Kann jemand, der so um sich selbst kreist und so egozentrisch ist, überhaupt ein echter Freund sein? Zeigt das nicht ganz offenkundig, dass ich ihr scheißegal bin? Oder reagiere ich über? Ich bin so aufgebracht gerade und möchte nicht das ganze Wochenende damit verbringen, mich zu ärgern.
wenn sie sich als gute Freundin bezeichnet, dann sollte ihr auch Dein Geburtstag wichtig sein; ich kann Dich schon gut verstehen und finde nicht, daß Du überreagierst; es sei denn sie ist Dir ebenso gleichgütlig, dann würde das ja passen. Aber so bist Du nicht; und das erinnert mich an meine neue beste Freundin, die ich seit Januar habe; ich hab sie im Juni zu meinem Geburtstag eingeladen; das klappte auch. Sie hatte im Juli Geburtstag, und ich fragte sie schon im April, was sie an ihrem Geburtstag täte; sie sagte, daß sie gar nichts machen würde und verreisen würde; was ich aber nicht so ganz glaubte, da sie chronisch pleite ist.
Naja, und als dann IHR Geburtstag vor der Tür stand, erzählte sie mir so locker flockig, daß sie erst zum Essen verabredet sei, dann zum Reiten; dann mit Freunden grillt und abends noch mit einem Kumpel in (unsere) Bar was trinken wollte und mit keinem Wort fragte sie, ob ich auch dazu kommen wolle; ich fand das traurig und war enttäuscht.
Ja, und wie es dann so spielte; fiel ihr Geburtstag ins Wasser bis auf das Mittagessen; zum Reiten wars zu verregnet, der Kumpel versetzte sie, und so saß sie ab nachmittags allein zu Hause, das erzählte sie mir später.
Ich sagte ihr dann, daß sie selbst Schuld sei, wenn sie nicht mal an mich gedacht hätte; sie meinte, daß ich ja vielleicht gar keine Lust oder Zeit gehabt hätte; ich sagte, daß ich dann mit Sicherheit im April nicht schon nachgefragt hätte, woran sie sich nicht mehr erinnern konnte; aber fragen hätte nichts gekostet, sagte ich.
Ja, und als beste Freundin oder auch gute, finde ich das Verhalten auch schon sehr traurig; ich wollte ihr auch erst die Freundschaft kündigen aber da sie noch frisch ist, hab ich sie jetzt in die Kategorie sehr gute Bekannte oder als "eine Freundin" eingereiht und nicht mehr als Beste. Und wenn sie mal keine Lust oder Zeit zu was hat, bohre ich nicht mehr weiter und laß es eher als egal angehen, denn sonst würde mich sowas auch immer wieder verletzen.
Also, ich würde bei Deiner Freundin nicht gleich die Freundschaft kündigen aber auch nicht mehr so Dicke mit ihr sein; und auf sie auch nicht mehr die größte Rücksicht nehmen, sondern sie so behandeln, wie sie Dich und sie beim nächsten Mal was Geburtstage betrifft, auch links liegen lassen; denn nur so kannst Du Dich selbst schützen, mußt aber eine jahrelange Freundschaft nicht gleich ganz wegwerfen.