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Frau mit Penis?

 

Hallo, ich bin neu in diesem Forum, ich bin nicht ganz sicher ob ich diese Diskussion im richtigen Forum starte.

Ich bin eine 40-jährige transsexuelle Frau. Während 25 Jahren habe ich mich als Frau in einem Männerkörper gefühlt und konnte mich einfach nicht damit zurecht finden. Ich hatte versucht mich anzupassen und gemäss meinem Körper als Mann zu leben. Doch es hat nicht funktioniert. Roboterhaft und lustlos habe ich meine Tagesverpflichtungen abgespult. Ich war sehr oft depressiv, war Workoholic und habe massiv Drogen (Haschisch) gebraucht, um mich von meinem Problem abzulenken. Hatte jahrelang Selbstmordfantasien, aber nie einen ernsthaften Selbstmordversuch.
Vor einem Jahr hatte ich mein Coming out, habe eine weibliche Identität angenommen und lebe seither sehr gut integriert als Frau. Ich bin masslos erstaunt, wie gut meine Umgebung mit mir zurechtkommt. Während 25 Jahren hatte ich geradezu panische Angst, mein wirkliches Ich zu leben, weil ich mich davor fürchtet, zurückgewiesen und verspottet zu werden, meine Arbeit, Wohnung und Freunde zu verlieren. Nichts von alledem ist eingetroffen, die Leute schätzen und respektieren mich und finden es stark, dass ich so konsequent den Weg meines Herzens lebe. Ein Grund für die positiven Reaktionen meiner Umgebung ist sicher, dass ich als Frau sehr natürlich wirke, trotz meiner Körperlänge von 193. Ich bin nicht die Art von Transe, die völlig overdressed und übertakelt daher kommt, sondern ich achte sehr auf eine gepflegte, meinem Alter und meinem Status angepasste und eher bescheidene Garderobe und Make-up. Ich möchte so wenig wie möglich auffallen, sondern einfach als durchschnittliche Frau durchgehen.

Ich kann Euch sagen, ich bin im Moment so glücklich wie noch nie in meinem Leben! Ich fühle mich völlig befreit, endlich brauche ich nicht mehr dieses Geheimnis zu hüten. Endlich fühle ich mich im Einklang mit mir selbst, als eine integrierte, vollständige Persönlichkeit. Ich hätte das nie geglaubt, dass das möglich ist, dass ich als Frau in dieser Gesellschaft leben kann, ohne massive Eingriffe an meinem Körper vorzunehmen. Inzwischen habe ich begriffen, dass Geschlecht im sozialen Sinne nicht unbedingt etwas mit dem Körper zu tun hat. Wenn ich tagsüber unterwegs bin, Leute treffe oder am Telefon mit KundInnen verhandle, so ist es völlig irrelevant, ob ich mein Geschlechtsteil schon umoperiert habe oder nicht. Unter Transsexuellen ist es eine Binsenwahrheit: "Die Geschlechtsanpassungsoperation ist wie der Zuckerguss auf einem Kuchen". Da sind also viele andere Faktoren die viel, viel wichtiger sind. Im Moment lasse ich mir als bisher einzigste kosmetische Massnahme, meinen Bart weglasern. Da war ich bereits an 6 Sitzungen und die Stoppeln lichten sich zusehends. Was bleibt kann ich mit Camouflage bestens cachieren. Sehr wichtig ist auch die Stimme, die bei mir schon immer sehr weiblich klang.

Mich beschäftigt inzwischen sehr stark die Frage, welche Eingriffe ich an meinem Körper machen lassen soll. Was wünsche ich mir von mir aus und welches sind gesellschaftliche Erwartungen? Machbar ist heutzutage ja praktisch alles: Brustaufbau, Gesichts-Feminisierungs-Chirurgie, wo Schädel, Nase und Kinn zurechtgebogen werden, Adamsapfel abschleifen, Stimmbandverkürzung, Skin resurfacing usw. Wonach ich mich schon mein ganzes Leben lang sehne und was ich im Frühling 2002 sicher beginnen möchte ist eine Hormontherapie. Ich fühle mich von den Testosteronen, die meine Hoden absondern, richtiggehend verseucht und vergiftet. Ich weiss dass ich von der Hormontherapie nicht allzu viel erwarten darf, zB. betreffend Brustwachstum. Das lass ich erstmal auf mich zukommen.

Aber bereits ohne all diese Massnahmen fühle ich mich bereits als Frau. Ich trete in allen Bereichen meines Lebens als Frau auf und werde als solche behandelt. Aber rein rechtlich gesehen bin ich immer noch Mann, in meinem Pass, auf offiziellen Dokumente steht immer noch mein männlicher Vorname. Nach dem Gesetz kann mein Geschlecht erst geändert werden, wenn ich mein Geschlechtsteil operieren lasse. Irgendwie habe ich aber Angst vor dieser Operation. Schon im Normalfall sind mehrere Nachoperationen nötig, und stärkste Schmerzen sind in jedem Fall damit verbunden. In manchen Fällen misslingt die Operation und es kommt zu Komplikationen. Das Resultat ist im besten Fall immer nur eine kosmetisches, es sieht vielleicht echt aus, aber funktioniert keinesfalls wie eine natürliches weibliches Geschlechtsteil. Oft geht die Empfindung und Orgasmusfähigkeit verloren. Ich frage mich, ob ich dieses Risiko und diese Schmerzen auf mich nehmen soll. Ich habe Angst davor und es macht mich traurig, dass dies nötig ist, um nach dem Recht offiziell Frau zu sein. Ich fühle mich erpresst, ich muss das machen, ich muss meinen Körper aushändigen, und mich verstümmeln lassen. Ich glaube, ich könnte mich mit meinem naturgegebenen männlichen Geschlechtsteil irgendwie zurechtfinden. Es ist für mich kein unüberwindbarer Widerspruch, ich sehe es einfach als eine grosse Klitoris.

Mich interessiert, wie ihr das seht. Findet ihr eine Frau mit Penis, das gibt es nicht, das kann nicht sein? Würdet ihr eine Transsexuelle, von der ihr wüsstet, dass sie nicht operiert ist, trotzdem als "echte" Frau sehen können?

Viele liebe Grüsse
Jacqueline


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Frau mit penis

hi ich fühle mich genauso nur das ich michtraue als oder mit frauen kleidung rauszugehen .
trage trozdem täglich frauenklöeidung als unterwäsche und auch damen shuhe zur arbeit ( stiefel )
NUR GANZ INN FRAUEN KLEIDERN TRAU ICH MICH NICHT
obwohl ich mich eigendlich als frau fühle


 

Machz das bloß nicht

Ich wünsche mir seit 60 Jahren, ich hätte einen Penis. Ich beneide Dich darum. Ich habe jahrelang Hormone genommen um endlich einen Bart zu bekommen, die Brüse habe ich als Privatpatient amputieren lassen, aber einen funktionalen Penis werde ich nie besitzen. Sei glücklich daß Du einen hast und nicht so eine traurige Ritze.


 

Frau sein, lebt man!

Hallo Jaqueline,
habe mit Interesse Deinen Brief gelesen und kann dazu nur sagen: Herzlichen Glückwunsch, Du fühlst Dich vielleicht mehr als Frau, als manche Frau sich je fühlen wird.
Ich habe beruflich (bin beim Amtsgericht in meiner Stadt beschäftigt), auch mit Standesamtssachen zu tun gehabt, d.h. Änderungen nach dem Transsexuellengesetz. Zu Deinen Fragen, was die Risiken und Schmerzen einer endgültigen OP betrifft, kann ich nicht viel sagen. Ich habe einmal einen Bericht im Fernsehen darüber gesehen, der allerdings schon einige Jahre alt war, aber so ganz ohne wird es wohl nicht abgehen. Danach war die Tamponage nach der Mann zu Frau-OP die ersten Tage wohl recht heftig. Du schreibst, dass Du Deine Papiere nicht hast umändern lassen. Meines Wissens kannst Du aber, nachdem Du ein Jahr lang mit allen Konsequenzen in der Öffentlichkeit als Frau gelebt hast, Deinen Namen ändern lassen. Allerdings würde in der Geburtsurkunde immer noch "männlich" stehen. Wenn Du jedoch möchtest und keinen anderen Rat weißt, bin ich gerne bereit, mich mit meinem dafür zuständigen Richter zu unterhalten, wie genau der Verfahrensablauf für Dich wäre. In erster Linie finde ich es schön, dass Du endlich glücklich bist. Wahrscheinlich bist Du traumhaft schlank bei Deiner Größe. Bist Du als Mann verheiratet gewesen, hast Du evtl. Kinder? Würde mich schon sehr interessieren, wie Dein Werdegang sein wird und ob Du dich zum großen Schritt entschließen wirst. Auf jeden Fall wünsche ich Dir alles, alles Gute, viel Erfolg und vor allem nette Menschen um Dich.
Paloma42@gmx.net

Paloma42


 

Von einer "normalen" Frau

Hallo Jacqueline,

persönlich kenne ich eine Frau, die in der umgekehrten Situation ist. Er hat sich der OP ebenfalls nicht unterzogen und dies aus den gleichen berechtigten gesundheitlichen Risiken.
Erhat seinen Vornamen ändern lassen in den Namen Rene mit Apostroph auf dem e. Das ist die weibliche französische Form von Rene. So trägt er zwar einen weiblichen Vornamen, der aber im deutschsprachigen Raum nur als Männername bekannt ist. Sicher gibt eine ähnliche Möglichkeit für Dich. Die Standesämter beraten Dich da verständnisvoll. Auch die Partnerbeziehung ist kein größers Problem als bei anderen Paaren auch. Rene hat eine lesbische Freundin.

Alles Gute wünsche ich Dir.


 

Hi Jacqueline

ich finde,man sollte jeden Menschen respektieren.Jeder Mensch hat das Recht,sich als das zu fuehlen und als das behandelt zu werden,was er will.Ich kann diese ganzen Gesetze sowieso nicht verstehen.Die sagen zwar,alle Menschen sind gleich,aber machen ueberall Unterschiede.Ich finde,wenn du dich als Frau fuehlst,sollte dich der Rest der Welt auch so behandeln.Und dabei sollte es gar keine Rolle spielen,ob du operiert bist oder nicht.Wenn du sagst,du bist eine Frau,bist du eine Frau.Mehr sollte gar nicht zur Diskussion stehen. Zsazsa


 

Heute gelesen

Liebe Jacquie, erstmals möchte ich Dir zu Deinem Coming-out gratulieren. Es ist schön, dass Du nun so glücklich bist und die Angst überwinden konntest, Deinen Weg zu gehen. Und wenn Du Dich nun fragst, ob Du Deinen Penis wegoperieren solltest, dann möcht ich Dir sagen, mach das, was DU willst, denn damit bist Du eigentlich sehr gut gefahren. Und mir scheint, Du möchtest das nicht wirklich machen. Warum sich solche Qualen auferlegen, wenn es nicht einmal der eigene Wunsch ist? Ich kann mir gut vorstellen, dass Du Dich erpresst fühlst. Es ist sicher nicht leicht, zu sagen, was eine "echte Frau" ist. Vom Gesetz her vielleicht schon, da wird nur auf das Geschlechtsteil geguckt. Aber wenn man mal von der körperlichen Hülle absieht, dann wirds schon schwieriger. Was ich als männlich oder weiblich bei anderen empfinde, hängt da sicherlich nicht vom Geschlechtsteil ab. Das wichtigste ist wohl die Identitätsfrage. Und die ist für Dich ja klar, wahrscheinlich viel klarer als für manche andere. Ich wünsche Dir weiterhin, dass Du glücklich bist und schicke Dir liebe Grüße
Kassiopeia


 

Auf dich komt es an!

Weisst du ich deke, es kommt weniger drauf an, ob eine Frau mit Penis akzeptiert wird von der Gesellschaft, sondern viel mehr, ob sie sich selber akzeptieren kann.... Ich denke mir, das solltest du dir gut überlegen. Wenn du mit dir selber nicht zu 100% im Reinen bist, ist es auch schwer die Umwelt davon zu überzeugen, wie gut du wirklich bist und wer du wirklich bist.


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